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Was ist eine Abmahnung — und wie schützen Sie sich?
Recht14. April 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was ist eine Abmahnung — und wie schützen Sie sich?

Eine Abmahnung ist ein außergerichtliches Schreiben, mit dem eine Person oder ein Unternehmen aufgefordert wird, ein bestimmtes Verhalten sofort zu unterlassen. Im Bereich des Datenschutz- und Wettbewerbsrechts ist sie ein beliebtes Instrument von Mitbewerbern und spezialisierten Anwaltskanzleien.

Was steht in einer Abmahnung?

Eine Abmahnung enthält in der Regel:

  • Die genaue Beschreibung des behaupteten Verstoßes
  • Eine Unterlassungserklärung, die unterschrieben werden soll
  • Eine Kostennote für die Anwaltskosten (oft €800–€5.000)
  • Eine kurze Frist zur Reaktion (häufig 5–14 Tage)

Wer darf abmahnen?

  • Mitbewerber mit einem eigenen geschäftlichen Interesse
  • Verbände wie Verbraucherschutzzentralen oder Wettbewerbsverbände
  • Anwaltskanzleien im Auftrag der oben Genannten

Datenschutzbehörden schicken keine Abmahnungen — sie erlassen Bußgeldbescheide.

Häufige Auslöser

Fehlendes oder unvollständiges Impressum — das häufigste Ziel. Fehlt die USt-IdNr., eine Telefonnummer oder der vollständige Name, reicht das für eine Abmahnung.

Kein Cookie-Consent-Banner — seit dem TDDDG ist ein aktives Opt-in für nicht-essentielle Cookies Pflicht. Wer nur einen Hinweis zeigt, handelt rechtswidrig.

Fehlende Datenschutzerklärung — keine Angaben zu Google Analytics, Facebook Pixel oder eingebetteten YouTube-Videos.

Unerlaubte E-Mail-Werbung — ohne nachweisliche Einwilligung der Empfänger.

Was kostet eine Abmahnung?

| Posten | Typischer Betrag | |--------|-----------------| | Anwaltskosten des Abmahnenden | €800–€3.000 | | Vertragsstrafe bei erneutem Verstoß | €5.000–€25.000 | | Gerichtskosten (bei Klage) | €500–€3.000 |

Unterschreiben Sie eine Unterlassungserklärung niemals ohne rechtliche Beratung. Eine zu weit gefasste Erklärung bindet Sie langfristig.

So schützen Sie sich

  1. Impressum vollständig — alle Pflichtangaben nach DDG §5
  2. Cookie-Consent korrekt — echtes Opt-in, keine vorausgewählten Kästchen
  3. Datenschutzerklärung aktuell — jeden Dienst einzeln aufführen
  4. E-Mail-Marketing nur mit Double Opt-in und dokumentierter Einwilligung
  5. Regelmäßige Compliance-Prüfung — Gesetze und Dienste ändern sich

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