Der Stichtag 19. Juni 2026 für die § 356a Widerrufsbutton-Pflicht rückt näher. Mit diesem 4-Schritte-Self-Check prüfen Sie in unter fünf Minuten manuell, ob Ihr Shop konform ist — und worauf unser automatischer Scanner zusätzlich achtet.
Der 4-Schritte-Self-Check
Schritt 1: Ist der Button im Bestellprozess sichtbar erreichbar?
Öffnen Sie Ihren eigenen Shop wie ein normaler Kunde. Beginnen Sie auf der Startseite. Ist auf der Startseite, im Footer oder im Kundenkonto-Bereich ein Button mit eindeutiger Widerruf-Beschriftung zu sehen?
Erlaubte Platzierungen sind unter anderem:
- Footer (sichtbar auf jeder Seite)
- Kundenkonto / «Meine Bestellungen»
- Bestellbestätigungsseite und Bestellbestätigungs-E-Mail
- AGB-Seite (zusätzlich, nicht ausschließlich)
Was nicht reicht: Der Button ist nur auf der AGB-Seite versteckt, oder er ist erst nach dem Login sichtbar (Erstkäufer ohne Konto haben kein Zugriff darauf), oder er erscheint nur in der Mobile-Ansicht und ist auf Desktop nicht zu finden (oder umgekehrt).
Schritt 2: Ist die Beschriftung klar?
Lesen Sie den Button-Text laut. Wäre er für jemanden, der zum ersten Mal auf Ihrer Site ist, sofort als Widerrufsmöglichkeit erkennbar?
Eindeutige Beschriftungen:
- «Vertrag widerrufen»
- «Bestellung widerrufen»
- «Hier widerrufen»
- «Widerrufsrecht ausüben»
- «Widerrufsformular öffnen»
Mehrdeutige oder unzulässige Beschriftungen:
- «Hilfe» (zu unspezifisch)
- «Kontakt» (kein Widerrufsbutton)
- «FAQ» (kein Button)
- «Service» (zu unspezifisch)
- Reine Icons ohne Textbeschriftung
- «Vertrag beenden» (vermischt Widerruf und Kündigung)
Schritt 3: Führt der Button zu einem funktionierenden Widerrufsformular?
Klicken Sie auf den Button. Was passiert?
Konform: Sie landen auf einer Seite mit einem ausfüllbaren Formular für den Widerruf. Felder typischerweise: Bestellnummer, Vertragsdatum, optional Begründung, Submit-Button.
Nicht konform:
- 404-Fehler oder leere Seite
- Weiterleitung auf eine reine Info-Seite (Widerrufsbelehrung als Fließtext, ohne Submit-Möglichkeit)
- Weiterleitung auf eine Kontaktformular-Seite ohne Widerrufs-Bezug
- JavaScript-Fehler beim Klick
Senden Sie testweise das Formular ab. Bekommen Sie und der hinterlegte Posteingang eine Bestätigung? Erscheint der Vorgang im Backend?
Schritt 4: Ist das Formular ohne Login erreichbar?
Öffnen Sie ein Inkognito-Fenster und kopieren Sie die URL des Widerrufsformulars hinein. Erscheint das Formular — oder werden Sie zum Login weitergeleitet?
§ 356a BGB verlangt, dass der Widerruf ohne Hürden möglich ist. Ein Login-Zwang ist eine solche Hürde — insbesondere für Gastbestellungen ohne registriertes Konto. Das Formular muss für jeden Verbraucher erreichbar sein, der bei Ihnen bestellt hat, unabhängig davon, ob er ein dauerhaftes Kundenkonto hat.
Was unser Scanner automatisch prüft
Unser § 356a Scanner ergänzt den manuellen Self-Check um automatisierbare Prüfungen über die gesamte Site:
- Volltext-Suche nach button-spezifischen Widerruf-Formulierungen auf Startseite, Footer, AGB- und Kundenkonto-Seiten
- Strukturanalyse: Ist die gefundene Formulierung tatsächlich ein klickbares HTML-Element (Button oder Link), oder nur Fließtext?
- Erreichbarkeitstest: Funktioniert die Ziel-URL des Buttons (HTTP-Status, kein 404, kein Login-Wall)?
- Konsistenzprüfung mit der Widerrufsbelehrung in den AGB
- Cross-Check mit § 312k Kündigungsbutton (sind beide korrekt getrennt platziert?)
Häufige Fehler in der Praxis
Aus Stichproben vor dem Stichtag sehen wir wiederkehrende Muster:
1. Button versteckt im Footer. Der Button existiert technisch, aber er ist im Footer in der gleichen Schriftgröße wie 30 andere Links untergebracht. Das ist nicht «klar sichtbar» im Sinne von § 356a BGB.
2. Falsches Wording. Der Footer-Link heißt «Widerrufsbelehrung» und führt auf eine reine Info-Seite mit Fließtext. Das ist eine Belehrung, kein Button — § 356a BGB verlangt aber einen funktionalen Button.
3. Formular hinter Login. Das Widerrufsformular ist nur im Kundenkonto erreichbar. Gastbesteller ohne registriertes Konto haben keinen Zugriff.
4. Kaputter Submit-Flow. Der Button und das Formular existieren, aber das Submit löst keine E-Mail aus, oder die Bestätigungsmail landet bei einer veralteten Adresse, die niemand mehr liest.
5. Vermischung mit Kündigung. Ein einzelner «Vertrag beenden»-Button, der je nach Vertragsart unterschiedlich reagiert. Widerruf und Kündigung müssen funktional getrennt sein — siehe § 356a vs § 312k im Vergleich.
Was Sie jetzt tun sollten
- Self-Check durchführen: Die vier Schritte oben — manuell, in unter fünf Minuten.
- Lücken dokumentieren: Welche Schritte sind nicht erfüllt?
- Plattform-Updates installieren: Shopware, WooCommerce und Shopify haben § 356a-Plugin-Updates angekündigt.
- Automatisierten Scan ergänzen: Manuell prüfen Sie eine Stichprobe — der Scanner deckt die ganze Site ab.
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